Bruno Kreisky Stiftung

für Verdienste um die Menschenrechte

21. Verleihung des Bruno Kreisky Ehrenpreises für Verdienste um die Menschenrechte

Vor 50 Jahren wurde anlässlich des 65. Geburtstags des damaligen Bundeskanzlers Bruno Kreisky von unterschiedlichen Banken, politischen Institutionen und sozialpartnerschaftlich orientierten Einrichtung die Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte gegründet.

Auf Einladung des Wiener Bürgermeisters Dr. Michael Ludwig, der die Stadt Wien im Kuratorium der Stiftung vertritt, wurde am 22. Oktober 2026 im Wappensaal des Wiener Rathauses zum 21. Mal den Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten verliehen. Dieser Preis zählt zu den renommiertesten und traditionsreichsten Menschenrechtspreisen Österreichs und Europas. Zu den zahlreichen höchst verdienstvollen Persönlichkeiten, die mit dem Kreisky-Menschenrechtspreis ausgezeichnet wurden, gehören beispielsweise der spätere südafrikanische Präsident und Freiheitskämpfer Nelson Mandela, der UN-Generalsekretär Kofi Annan, sowie der derzeitige Präsident Brasiliens Luiz Inácio Lula da Silva und die diesjährige Festrednerin bei der Salzburger Festspielen, Maryja Kalesnikawa aus Belarus.

Im Rahmen der Festveranstaltung hat Frau Univ.-Prof.in Dr.in Frauke Brosius-Gersdorf eine höchst beeindruckende Grundsatzrede zu Angriffen auf unabhängige Justiz, Wissenschaft und Medien gehalten. In diesem Zusammenhang hat sie auch eine Stärkung der existierenden Verfassungen gegen antidemokratische Übernahmeversuche gefordert.

(v.l.n.r.) Oliver Ratholb, Festrednerin Frauke Brosius-Gersdorf, Preisträger Martin Schenk, Laudator Harald Katzmair, Bürgermeister Michael Ludwig, Laudatorin Marijana Grandits, Vertreterinnen der ausgezeichneten Youth Initiative for Human Rights Marigona Shabiu und Rina Kadiri und Kuratoriumsvorsitzender Ewald Nowotny

Die Jury, die sich aus unabhängigen Expertinnen und Experten zusammensetzt, zeichnete folgende Institutionen und Persönlichkeiten für ihr herausragendes Engagement für die Menschenrechte aus:

Youth Initiative for Human Rights – Kosovo

Die Youth Initiative for Human Rights (YIHR) wurde 2003 als NGO gegründet und hat sich zu einem regionalen Netzwerk entwickelt, das Kosovo, Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie Kroatien umfasst. Die YIHR Kosovo (YIHR KS) besteht seit 2004 und arbeitet seit zwei Jahrzehnten daran, Menschenrechte und demokratische Werte im Kosovo und in der Region zu schützen und zu fördern. Im Laufe der Jahre hat die YIHR KS erfolgreich Tausende junger Menschen engagiert, dauerhafte grenzüberschreitende Partnerschaften etabliert und nationale sowie internationale Anerkennung für ihre Beiträge zu Menschenrechten und Friedensförderung erhalten. Ihre Schwerpunkte sind der Umgang mit der Vergangenheit, der Schutz der Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit sowie die Stärkung junger Menschen auf lokaler und regionaler Ebene. Die Mission der YIHR KS ist es, junge Menschen zu inspirieren, Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren, präventive Maßnahmen zu ergreifen, deren Inklusion zu fördern und Partnerschaften aufzubauen, um Stimmen zu stärken und Frieden zu fördern. Die Geschäftsführerin ist Marigona Shabiu, die über umfangreiche Erfahrung in der Zivilgesellschaft und relevante akademische Qualifikationen verfügt.

Mag. Martin Schenk

Martin Schenk ist Sozialpsychologe, langjährig bei der Diakonie tätig und arbeitete zuvor in der Jugendarbeit sowie mit Menschen mit Behinderungen, Wohnungslosen und schwer Traumatisierten. Als Sozialexperte engagiert er sich seit Jahrzehnten für Gemeinwohl, Gerechtigkeit und ein gutes gesellschaftliches Miteinander und hat Mitte der 1990er die Armutskonferenz mitbegründet, in dessen Koordinationsteam er bis heute mitarbeitet. Er ist Netzwerker und Initiator u.a. von „Hunger auf Kunst und Kultur“, „Hemayat“, dem „Journalismuspreis für unten“, dem „Sozialrechtsnetz“ und dem Projekt „Mitgehen“. Mit wissenschaftlicher Evidenz und Erfahrungen Betroffener bekämpft er Mythen und Stigmatisierungen und organisiert dafür Öffentlichkeit und Lösungen. Er schreibt regelmäßig in der Straßenzeitung Augustin und unterrichtet an der Hochschule Soziale Arbeit Wien. Sein Buch „Brot und Rosen“ betont materielle und immaterielle Lebensgrundlagen. Zudem war er Mitinitiator relevanter Studien und ist seit 2000 Mitglied im Menschenrechtsbeirat.

Die Verleihung des Bruno Kreisky Preises an den UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Dr. Volker Türk, wird im Rahmen einer gesonderten Veranstaltung Anfang März 2027 stattfinden.

Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte Dr. Volker Türk

Dr. Türk trat sein Amt als achter Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte im Oktober 2022 in Genf an. Zuvor war Dr. Türk Untergeneralsekretär für Grundsatzpolitik (2021-2022) und Beigeordneter Generalsekretär für strategische Koordination im Exekutivbüro des Generalsekretärs der Vereinten Nationen in New York (2019-2021). In dieser Funktion koordinierte er systemweite strategische Maßnahmen und Grundsatzfragen, inklusive den Bericht des Generalsekretärs „Our Common Agenda“ – eine Vision zur Stärkung des Multilateralismus, die als Grundlage für den Zukunftsgipfel und den Zukunftspakt diente. Als Beigeordneter Flüchtlingshochkommissar für Schutzfragen im UNHCR in Genf (2015-2019) spielte Dr. Türk unter anderem eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Globalen Paktes für Flüchtlinge. Davor war Dr. Türk in wichtigen Positionen für das UNHCR in Genf sowie in verschiedenen Ländern wie Malaysia, Kosovo, Bosnien und Herzegowina, der Demokratischen Republik Kongo und Kuwait tätig. Dr. Türk promovierte an der Universität Wien im Völkerrecht und hat zahlreiche akademische Arbeiten zum internationalen Flüchtlingsrecht und zu internationalen Menschenrechtsfragen veröffentlicht.

Die Veranstaltung stieß auch medial auf großes Interesse:

https://www.bmeia.gv.at/oeb-brasilia/aktuelles-1/detail/50-jaehriges-jubilaeum-des-bruno-kreisky-menschenrechtspreises

https://religion.orf.at/stories/3237883

https://www.katholisch.at/aktuelles/159765/sozialexperte-schenk-erhaelt-menschenrechtspreis-der-kreisky-stiftung

Sozialexperte Schenk erhielt Menschenrechtspreis der Kreisky-Stiftung